Vorbereiten der Patientinnen auf die MR-HIFU-Behandlung

Ein Tag vor der Behandlung wird die Patientin aufgefordert, die Haare im Beckenbereich zu rasieren/zu depilieren. Dies sollte 1 bis 3 Tage vor dem Eingriff geschehen. Die Patientin darf nach dem Rasieren/Depilieren keine Hautcreme auf den Bereich auftragen. Die Patientinnen werden zudem angewiesen, in den 12 Stunden vor dem Eingriff nichts zu essen.

Am Tag der Behandlung wird der Patientin ein intravenöser Zugang gelegt, über den Medikamente verabreicht werden: ein leichtes Sedativum und das MRT-Kontrastmittel (nach der Behandlung). Außerdem wird ein Blasenkatheter gelegt, um das Blasenvolumen zu regulieren. Die Körpertemperatur der Patientin wird gemessen. Im MRT-Raum wird die Patientin aufgefordert, sich auf den Bauch auf den Patiententisch zu legen. Um den Körper der Patientin wird eine halbflexible HF-Spule gelegt. Der Patientin wird ein Notstoppschalter in die Hand gegeben und die Verwendung desselben erläutert. In manchen Fällen ist es notwendig, die Blase und/oder den Enddarm zu füllen, um die anatomische Position des Uterus zu verändern.

Nach der Behandlung wird die Patientin in den Ruheraum geführt, wo die Vitalparameter ein paar Stunden überwacht werden, um die Wirkung der Behandlung und der Sedierung zu beurteilen. Wenn keine Nebenwirkungen auftreten, wird die Patientin in der Regel am selben Tag entlassen. Die Patientin erhält ein Rezept für Schmerzmittel und sie wird darüber informiert, dass sie die Schmerzmittel nach Bedarf einnehmen kann. Die Patientin wird durch telefonische Nachsorgegespräche und im Rahmen von Nachsorgeterminen nach 6 und 12 Monaten überwacht. Diese Nachsorge wird durch einen Gynäkologen, eine Fachpflegekraft oder den behandelnden Radiologen durchgeführt. Nach 6 und 12 Monaten muss die Patientin durch den Radiologen, der die Behandlung durchgeführt hat, erneut untersucht werden.

Häufig gestellte Fragen

Haben die Patientinnen während des Eingriffs Schmerzen?

Die häufigsten Nebenwirkungen der MR-HIFU-Behandlung sind leichte Beschwerden und Schmerzen, jedoch ist der Schweregrad in der Regel gering. Am häufigsten klagen die Patientinnen über Beschwerden durch das längere Liegen auf dem Bauch auf dem Patiententisch. Der Ultraschallstrahl kann während der Behandlung ebenfalls Schmerzen verursachen – insbesondere dann, wenn die Therapiezellen nahe der Myomkapsel positioniert werden.

Das Myomgewebe selbst enthält keine Nerven. Einige Patienten berichten von der Stimulation des Ischiasnervs oder anderer Nerven infolge der Wechselwirkung zwischen der Ultraschallenergie und dem Nervengewebe. Die Überwachung während des Eingriffs und die stetige Kommunikation mit der Patientin sind wichtig, um sicherzustellen, dann keine dauerhaften Schäden entstehen.

Das Myomgewebe wird durch die MR-HIFU-geführte Erhitzung sofort koaguliert. Zunächst gab es Befürchtungen, dass die Patientinnen in den Wochen nach der MR-HIFU-Behandlung unter Schmerzen leiden könnten, ähnlich denen bei einer Embolisation der Gebärmutterarterie. Glücklicherweise ist dies bei MR-HIFU nicht der Fall. Diese Art von Schmerzen wurde lediglich in einer sehr geringen Zahl von Fällen berichtet, in denen die Blutgefäße, die das Myom versorgten, koaguliert wurden.

Welches sind die bekannten (häufigsten) Komplikationen im Zusammenhang mit dieser Behandlung?

MR-HIFU ist grundsätzlich eine sichere Behandlungsmethode für Uterusmyome. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der MR-HIFU-Behandlung von Uterusmyomen zählen Beschwerden und Schmerzen. Diese sind jedoch als leicht einzustufen. Die Zahl schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SAE) ist gering und es hat sich gezeigt, dass ihre Zahl mit zunehmender Erfahrung des Operateurs sinkt. Mit zunehmender Zahl von Studien zu MR-HIFU wurden zudem vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um Nebenwirkungen zu reduzieren und SAE vollständig zu eliminieren.

Bei den Nebenwirkungen der Uterusmyom-Behandlung müssen neben den Auswirkungen während der Behandlung auch die zwischen dem Eingriff und der Genesung berücksichtigt werden. Die Genesungsperiode ist bei MR-HIFU kürzer als bei anderen Uterusmyom-Behandlungen. Im Gegensatz zu einer Hysterektomie, die eine Rekonvaleszenz von insgesamt bis zu sechs Wochen mit sich bringt, kann die Mehrheit der Patientinnen bei einer MR-HIFU innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach der Behandlung wieder ihren gewohnten Alltagstätigkeiten, einschließlich beruflichen Tätigkeiten, nachgehen.

Die Patientinnen können nach der Behandlung unter Müdigkeit und Rückenschmerzen leiden, die sich jedoch im Allgemeinen mit nicht verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln behandeln lassen. Der Eingriff dauert normal bis zu drei Stunden. In Einzelfällen ist von Eingriffen mit einer Dauer von bis zu fünf Stunden berichtet worden. Lange Behandlungszeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Beschwerden und Folgeschmerzen. Zu den weniger häufigen und minderschweren Komplikationen gehören Diarrhoe in 3 von 42 Patientinnen und Übelkeit. Beides ist wahrscheinlich auf die nach der Behandlung verabreichten Opioide zurückzuführen.

Die schwerwiegendsten Komplikationen, die nur sehr selten auftreten, sind Schmerzen im Bein und im Gesäß sowie Hautverbrennungen. Ein Bericht über anhaltende Schmerzen im Bein und im Gesäß wurde mit der Erhitzung des Ischiasnervs in Verbindung gebracht.

Entgegen anfänglichen Befürchtungen und trotz der Beschwerden der Patientin wurde bei einer MR-Neurographie oder Elektromyographie keine intrinsische Schädigung des Nervs festgestellt. Infolge dieses Falls wurde das Therapieverfahren geändert. Die Symptome haben sich in allen berichteten Fällen zurückgebildet.

In seltenen Fällen ist es während der Anwendung der MR-HIFU zu Hautverbrennungen gekommen. In den meisten Fällen handelte es sich um leichte Verbrennungen ersten Grades, häufig als Folge einer unvollständigen Haarentfernung oder aufgrund von Luftblasen, die sich zwischen dem Gelkissen und der Haut der Patientin gebildet hatten. Die meisten Verbrennungen, die berichtet wurden, traten während der Frühphasen dieses Verfahrens auf. Über 9000 Frauen sind seither weltweit mit MR-geführtem HIFU behandelt worden. Diese Art der Verbrennung kann zudem durch Verwendung der MR-geführten Temperaturüberwachung auf mehreren Ebenen, die in das Philips Sonalleve-System integriert ist, und die sorgfältige Überwachung der Nahfeldtemperaturbilder während der Behandlung vermieden werden.

Wie hoch ist die Rezidivrate nach der Behandlung mit MR-geführtem HIFU?

Die Rezidivrate bei Myomen, die mit MR-geführtem HIFU behandelt wurden, ist für den Zeitraum von 24 Monaten nach dem Eingriff untersucht worden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Rezidivrate niedriger oder vergleichbar mit der Rate bei anderen uteruserhaltenden Therapien ist. Die berichtete Rezidivrate betrug 7,4 % nach 12 Monaten, 14 % für Typ-1/2-Myome und 21,7 % für Typ-3-Myome nach 24 Monaten. Nachsorgedaten für den 5-Jahres-Zeitraum werden derzeit noch erhoben. Die berichtete kumulative Rezidivrate nach 5 Jahren beträgt 32 % für die Embolisation der Uterusarterie und 5,7 bis 33 % für Myomektomie.

Sind Eierstockhormone nach diesem Eingriff weniger wirksam?

Während der HIFU-Behandlung müssen die Eierstöcke geschützt werden, indem der Ultraschallstrahl von ihnen ferngehalten wird. Darüber hinaus wird jede Temperaturveränderung während der Behandlung in Echtzeit überwacht.

Wie sieht das Myomschrumpfungsmuster nach einer MR-geführten HIFU-Behandlung aus?

Das Myom schrumpft nach der Ablation ein Jahr weiter, allerdings erfolgt der Großteil der Schrumpfung in den ersten sechs Monaten. Die Maß der Myomschrumpfung vom Ausgangswert ist stark vom Ausmaß der Ablation abhängig, die während der Behandlung erreicht wurde.

Löst das tote Gewebe, das nach der HIFU-Behandlung im Körper verbleibt, eine Infektion aus?

Das Endometrium wird während der Behandlung nicht verletzt und die nekrotisierte Region verbleibt in der intakten Myomkapsel und kommt somit nicht mit dem umliegenden Gewebe in Kontakt. Wenngleich in 5 bis 6 % der Fälle von Fieber berichtet wurde, liegen keine Berichte über Infektionen in den nekrotisierten Regionen vor.

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